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Dienstag, 4. Februar 2020

Beweise mir, dass es keinen Gott gibt

Diesen Satz habe ich wiederholt gehört. Ein wissenschaftlicher Beweis, dass es Gott gibt, ist derzeit ebenso unmöglich, wie der wissenschaftliche Nachweis, dass es keinen Gott gibt. Offen bleibt die Frage, wozu es einen Gott geben soll. Wer, außer gläubige Menschen, braucht Gott? Die Existenz Gottes ist ein Postulat des Glaubens bzw. der Gläubigen, aber kein Postulat der Wissenschaft. Ihr Weltbild kommt ohne Gott aus. Sie kapituliert nicht vor offenen Fragen, sondern versucht sie zu klären, auch wenn sie in vielen Fällen noch keine Lösung gefunden hat.

Die oberste Instanz, die über allem irdischen Geschehen steht, sind die Naturgesetze. Sie geschehen, verfolgen aber keine Ziele oder Zwecke. Wenn auch für sie das Gesetz von Ursache und Wirkung gilt, finden sie ohne Zielsetzungen statt. Nur wir Menschen, und allenfalls andere vorhandenen vernunftbegabte Lebewesen, fragen nach dem „Wozu?“.

Nicht alles, was effizient ist, muss richtig sein. Unser Gehirn hat zwei Möglichkeiten, unsere Tätigkeiten zu steuern. Die eine ist eine direkte, die nicht prüft, ob etwas wahr oder falsch ist. Ich habe Angst und laufe davon. Bei der anderen prüft der Verstand vor der Ausführung, ob die Handlung vernünftig ist. Zum Abschluss bestimmt das Gemüt, ob es dem Verstand folgen soll. Es kann die Überlegungen des Verstandes verwerfen. Dies kommt auch zum Tragen, wenn Theologen wider besserem Wissen, „Wahrheiten“ verteidigen, die Ihrem Verstand widersprechen. Gründe dafür gibt es viele: gesellschaftliche und familiäre Zwänge, neurotische Zwänge, Machtsucht, Ruhmsucht, finanzielle Wünsche usw, usw.

Ich lese oft, mit welchem Stolz Atheisten über Kirchenaustritte berichten. Das sind Momentaufnahmen, die zeigen, welchen Trend die Religionen im Westen verfolgen. Womit kämpft aber der Fortschritt der Kirche? Vor allem damit, dass sie über die Welt zerstreut ist und darum nicht nur auf europäische Verhältnisse Rücksicht nehmen kann. Das ist der Fluch von Zentralstellen, die einheitliche Verhältnisse schaffen wollen. Sie rechnen nicht damit, dass jeder einzelne Mensch eine Persönlichkeit ist. Der Papst sieht sich als Oberhaupt der Weltreligionen, der Welt und der Sittenlehre auf der ganzen Welt. Kann es irgendetwas Ungeheuerlicheres geben? Sie rechnen auch nicht damit, dass das Sosein von Religionen von ihrer natürlichen und kulturellen Umwelt bestimmt wird. Ändert sich die natürliche und kulturelle Umwelt, ändert sich auch die Inhalte der Religionen.

Und wie steht es um die weltlichen Staaten und die nichtreligiösen Weltanschauungsgemeinschaften? Haben sie keinen Korpsgeist? Wir müssen wissen, dass sich unsere Evolution wie eine Spirale bewegt, die nach oben offen ist. Am Beginn steht der Affe, der sich zu einem intelligenten Wesen entwickelt hat, der weder die Welt noch sich selbst beherrsch: Er wird immer vor neuen Anfängen stehen.

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