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Sonntag, 8. September 2019

Laizismus und Säkularismus

Laizismus bedeutet die strikte Trennung von Religion und Staat.
Säkularismus besteht ebenfalls in der Trennung von Religion und Staat. Allerdings bestehen im Säkularismus zwischen Staat und Religionen bindende Vereinbarungen.

Frankreich ist ein laizistischer Staat, der eine strikte Trennung von Religion und Staat vorsieht. Dabei verhält sich der Staat der Religion und den Religionen gegenüber neutral. Er mischt sich nicht in deren Religionsausübung ein. Weder fördert er sie, noch behindert er sie.

Österreich ist ein säkularer Staat, der zwischen inneren Angelegenheiten der Religionen und äußeren Angelegenheiten der Religionen unterscheidet.
Der Staat darf sich in die inneren Angelegenheiten der Religionen nicht einmischen. Die äußeren Angelegenheiten werden vom Staat per Gesetz geregelt.
Die Seelsorge ist ein unverzichtbares Recht der Religionen. Sie gehört (in Österreich) zu den inneren Angelegenheiten der Religionen. Sie erstreckt sich auch auf Außenstehende.

Das Problem liegt in der österreichischen Realverfassung, weil sich die Religionen nicht auf ihre internen Angelegenheiten beschränken wollen und aus Glaubensgründen auch nicht können. Ein gutes Beispiel dafür ist in der katholischen Kirche die Lehre vom "Allgemeine Priestertum". Nach der katholischen Naturrechtslehre sind das Naturrecht die von Gott gegeben Vorgaben, die für alle Menschen gültig sind. Da die Kirche die Stellvertreterin Gottes ist, legt sie auch im  Namen Gottes das von ihm vorgegebene Naturrecht aus. Das heißt, sie kann nicht anders, als alle Menschen, auch die Nichtchristen, auf das von ihr verwaltete Naturrecht zu verpflichten. So entsteht ein Ethikbegriff, der von Andersdenkenden nicht akzeptiert werden kann,  der ihnen aber von der Kirche als allgemeingültige Ethik verkauft wird. Das ist eine der größten Unwahrhaftigkeiten der katholischen Kirche. Ihr Ethikbegriff ist doppelzüngig.

Es ist in keiner Weise tragbar, dass Religionsgemeinschaften ihre eigenen Glaubens- und Seelsorge Angelegenheiten mithilfe des Staats den Nichtmitgliedern aufzwingt. Ebenfalls ist es untragbar, dass der Staat mit Religionsgemeinschaften zusammenarbeitet, seine vielen religionsfreien Bürger aber vergisst. Der Campus der Religionen ist dafür ein gutes Beispiel. Durch die Bevorzugung der Religionsgemeinschaften wird der Gleichheitsgrundsatz verletzt. Ja, wird geantwortet, die Religionsfreien sind nicht organisiert, darum kann man mit ihnen nicht verhandeln. Warum sind sie unzureichend organisiert? Weil der Gesetzgeber ihnen die öffentlich-rechtliche Stellung nicht gewährt. Man kann da von einer gewollten Gesetzeslücke sprechen. Der Staat will für Religionsfreie keine den Religionen gleichgestellte Regelung treffen. Wenn der Gesetztesgeber nicht will, kann ihn niemand dazu verpflichten. Da ist rechtlich kaum etwas zu machen, sondern nur politisch. Darum sind Forderungen, wie sie diese Webseite stellt, so wichtig. Wir müssen Lobbys bilden, um beachtet zu werden. In Österreich gibt es den Korso Österreich, dem auch "Laizisten der Seestadt" angehört. So steht unsere Webseite im engen Kontakt mit anderen Laizisten. Ihr Betreiber ist Giordano Bruno, Regionalgruppe Österreich. Damit ist sie auch internationale verknüpft. Das ist der ausschlaggebende Grund, warum unsere Webseite "Laizisten der Seestadt" und nicht  "Säkulare der Seestadt" heißt. Weltweit besteht das Verlangen nach einer totalen Trennung von Religion und Staat, also einer laizistischen Ausrichtung der Gesellschaft.

Das Verlangen nach einer laizistischen Ausrichtung der Gesellschaft muß nicht zugleich Religionsfeindlichkeit bedeuten. Es beinhaltet aber die Klarstellung, welchen Beitrag zur Gesellschaft  die Religionen wirklich leisten. Erst wenn sie keine gesellschaftliche Bevorzugung erhalten, kann ihr wahrer Wert für die Gesellschaft beurteilt werden.

"Geht, und ich gehe mit euch" So zitiert Hendrikse, Klaas, Glaube an einen Gott, den es nicht gibt,  im Manifest eines atheistischen Pfarrers. Exodus 3,14-14. Dass vor allem Gott und nicht Macht, Geld, und Ideologien das religiöse Tun begleitet, kann man heute kaum erkennen,

Quellen:
Roswitha Gladel in Helpster, Laizistisch - Begriffserklärung
http://www.helpster.de/laizistisch-begriffserklaerung_188431
Bydlinski, Franz, Juristische Methodenlehre und Rechtsbegriff, Zweite, ergänzte Auflage, Copyright 1982 und 1991 by Springer/Wien, S 473.
Hendrikse, Klaas, Glaube an einen Gott, den es nicht gibt, Manifest eines atheistischen Pfarrers, Aus dem Niederländischen übertragen von Gabrielle Zangger, TVZ 2013, S 47



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