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Sonntag, 29. März 2020

Wie wird es mit den Menschenrechten weitergehen?

Mein vorhergehender Beitrag "Feindliche Naturgewalten" endete mit den Worten: „Wir können nicht allen helfen. Wir dürfen sie aber auch nicht sich selbst überlassen. Sie sind Palliativpatienten.“ Das würde bedeuten, dass sie das Menschenrecht haben, menschenwürdig zu sterben. Schauen wir uns die Realität in Frankreich an. An Corona Erkrankte, die über 80 Jahre alt sind, werden nicht mehr künstlich beatmet. Sie werden aber auch nicht sich selbst überlassen, sondern medikamentös eingeschläfert. Was wird sein, wenn die Ressourcen nicht ausreichen, um eine überalterte Menschheit zu versorgen? Ist einmal bei den Coronakranken der erste Schritt gemacht, dann ist eine Triage für die Lösung des Problems der wachsenden Überalterung der Bevölkerung ein weiterer Schritt in Richtung Selektion bei der Bevölkerungsplanung vorgezeichnet. Wer wird wohlvom Brett gestoßen werden?

Samstag, 28. März 2020

Feindliche Naturgewalten

Im Bereich der Behandlung von Unfallpatienten gibt es das Triage System, das erkennen lässt, wie die Prioritäten der Behandlung von bereits vorhandenen und neu eingelieferten  Verunfallten gesetzt werden. Details siehe Gibt es ein Solches für Fälle, wenn mehrere an Corona Erkrankte und allenfalls noch andere Schwerkranken anstehen und die Behandlungs- und Bettenkapazitäten nicht ausreichen. Siehe
https://www.oberhessische-zeitung.de/panorama/aus-aller-welt/gastkommentar-von-michel-friedman-alle-wissen-es_21476717
Wohl die meisten meines Bekanntenkreises wissen, dass ich katholischer Theologe,  Jurist, und Atheist bin. So weiß ich, wie vielfältig die menschliche Problematik, die möglichen rechtlichen Beurteilungen der verschiedenen Situationen und die kulturellen Anschauungen der verschiedenen Völker sein können. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an ein in der katholischen Moraltheologie diskutiertes Beispiel.
Bei einem Schiffsunglück haben zwei Überlebende die gleiche Möglichkeit, sich auf einem einzigen Brett zu retten. Wenn beide sich auf diesem Brett anhalten, gehen beide unter. Es entsteht ein erbitterter Kampf um das Brett. Schließlich gelingt es dem Stärkeren, den anderen vom Brett zu stoßen. Er ist gerettet, der andere ertrinkt. Ist nun der Gerettete ein Mörder? Wohl nicht. Sein einziger Wunsch war, sich zu retten. Darum stieß er den anderen vom Brett. Anders wäre es gewesen, wenn der Gerettete mit einem Messer den anderen erstochen hätte, um ihn loszuwerden und sich so selbst zu retten.
Ich glaube, dass dieses Beispiel vergleichbare Elemente enthält. Corona ist ein für uns Menschen ein schreckliches Naturereignis. Naturereignisse geschehen, sind aber weder gut noch schlecht. Man muss sie als unabdingbare Wirklichkeit erkennen. Beim Coronavirus kämpfen wir gegen Naturgewalten. Wir können nicht allen helfen. Wir dürfen sie aber auch nicht sich selbst überlassen. Da hinkt der Vergleich. Sie sind und bleiben unter uns und Teil unserer Gesellschaft, weil sie Palliativpatienten sind.

Dienstag, 3. März 2020

Tag der seltenen Erkrankungen, 29. Febrtuar 2020

Am 29. Februar war der Tag der seltenen Erkrankungen. Auf unserer Facebookseite
bringe ich den Link zum Artikel „Mein Glück, mit einer unheilbaren Nervenkrankheit zu leben“.
Unheilbar mit einer seltenen Erkrankung belastet zu sein, ist eine schwere Last. In einer solchen Lage sprechen die Menschen gerne von Gott. Der verlinkte Bericht spricht aber nicht von Gott. Es scheint, dass Aleksandra Tulej alleine durch ihre Kraft und die Hilfe ihrer Gemeinschaft mit ihrem Leiden umgeht. Jedenfalls beruft sie sich nicht auf Gottes Hilfe
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Mittwoch, 12. Februar 2020

Fordern ist zuwenig!

Am 23. September 2019 präsentierte Helmut Brandstätter in der Seeseiten-Buchhandlung der Seestadt Apern sein Buch „Kurz & Kickl" mit dem Untertitel "Ihr Spiel mit Macht und Angst". Anwesend waren über 100 Interessierte, unter ihnen auch ich. Daran erinnerte ich mich, als in den letzten Tagen die Diskussion über unseren Rechtsstaat entbrannte. Ausgangspunkt war die Frage, wieso sich unser Herr Bundeskanzler in Angelegenheiten anderer Ressorts einmischt. Geendet hat die Diskussion mit zwar wichtigen, aber doch allgemeinen Aussagen über die Probleme unserer Justiz. Und das BVT wird schließlich doch nach einem Vorschlag des Innenministeriums umorganisiert. Dabei soll es auch ein eigens Beratungsgremium geben. Warum?
Ich verstehe, dass die Politik ihre eigenen Wege geht, doch dürfen wir einer solchen Politik vertrauen, dass sie immer die Interessen des Gemeinwohls aller Staatsbürger, und nicht nur die der bereits etablierten Gruppierungen, bevorzugt, durch die man Macht und Einfluss erlangt? Warum werden laizistische Bedürfnisse weniger beachtet, als die Anliegen der etablierten Religionen? Warum spricht man nur vom Einfluss von Parteien auf unsern Rechtsstaat? Die Religionen sind vielfach mächtiger als Staaten. Sie können direkt auf das persönliche Gewissen von Entscheidungsträgern einwirken. Wenn sie gläubig sind, können die Religionen mit Angst und Macht sie bewegen, zu vergessen, dass sie im Amt dem Staat mehr verpflichtet sind als ihren religiösen Überzeugungen.
Auf unserer Facebook Seite habe ich einen Link zu, Fellner! LIVE: Helmut Brandstätter im Interview zur Diskussion gestellt. Es ist für mich ein Fallbeispiel, wie wir in einem Strudel von Ungereimtheiten leben und wie schwer es ist, sich in der politischen Realität gegen Mächtige durchzusetzen.


Dienstag, 4. Februar 2020

Beweise mir, dass es keinen Gott gibt

Diesen Satz habe ich wiederholt gehört. Ein wissenschaftlicher Beweis, dass es Gott gibt, ist derzeit ebenso unmöglich, wie der wissenschaftliche Nachweis, dass es keinen Gott gibt. Offen bleibt die Frage, wozu es einen Gott geben soll. Wer, außer gläubige Menschen, braucht Gott? Die Existenz Gottes ist ein Postulat des Glaubens bzw. der Gläubigen, aber kein Postulat der Wissenschaft. Ihr Weltbild kommt ohne Gott aus. Sie kapituliert nicht vor offenen Fragen, sondern versucht sie zu klären, auch wenn sie in vielen Fällen noch keine Lösung gefunden hat.

Die oberste Instanz, die über allem irdischen Geschehen steht, sind die Naturgesetze. Sie geschehen, verfolgen aber keine Ziele oder Zwecke. Wenn auch für sie das Gesetz von Ursache und Wirkung gilt, finden sie ohne Zielsetzungen statt. Nur wir Menschen, und allenfalls andere vorhandenen vernunftbegabte Lebewesen, fragen nach dem „Wozu?“.

Nicht alles, was effizient ist, muss richtig sein. Unser Gehirn hat zwei Möglichkeiten, unsere Tätigkeiten zu steuern. Die eine ist eine direkte, die nicht prüft, ob etwas wahr oder falsch ist. Ich habe Angst und laufe davon. Bei der anderen prüft der Verstand vor der Ausführung, ob die Handlung vernünftig ist. Zum Abschluss bestimmt das Gemüt, ob es dem Verstand folgen soll. Es kann die Überlegungen des Verstandes verwerfen. Dies kommt auch zum Tragen, wenn Theologen wider besserem Wissen, „Wahrheiten“ verteidigen, die Ihrem Verstand widersprechen. Gründe dafür gibt es viele: gesellschaftliche und familiäre Zwänge, neurotische Zwänge, Machtsucht, Ruhmsucht, finanzielle Wünsche usw, usw.

Ich lese oft, mit welchem Stolz Atheisten über Kirchenaustritte berichten. Das sind Momentaufnahmen, die zeigen, welchen Trend die Religionen im Westen verfolgen. Womit kämpft aber der Fortschritt der Kirche? Vor allem damit, dass sie über die Welt zerstreut ist und darum nicht nur auf europäische Verhältnisse Rücksicht nehmen kann. Das ist der Fluch von Zentralstellen, die einheitliche Verhältnisse schaffen wollen. Sie rechnen nicht damit, dass jeder einzelne Mensch eine Persönlichkeit ist. Der Papst sieht sich als Oberhaupt der Weltreligionen, der Welt und der Sittenlehre auf der ganzen Welt. Kann es irgendetwas Ungeheuerlicheres geben? Sie rechnen auch nicht damit, dass das Sosein von Religionen von ihrer natürlichen und kulturellen Umwelt bestimmt wird. Ändert sich die natürliche und kulturelle Umwelt, ändert sich auch die Inhalte der Religionen.

Und wie steht es um die weltlichen Staaten und die nichtreligiösen Weltanschauungsgemeinschaften? Haben sie keinen Korpsgeist? Wir müssen wissen, dass sich unsere Evolution wie eine Spirale bewegt, die nach oben offen ist. Am Beginn steht der Affe, der sich zu einem intelligenten Wesen entwickelt hat, der weder die Welt noch sich selbst beherrsch: Er wird immer vor neuen Anfängen stehen.

Montag, 30. Dezember 2019

Bleigießen

Einst hatte ich gute Kontakte zu einer wohlhabenden Familie. Ihr Sohn Ludwig hatte jedoch schon mehrere Selbstmordversuche hinter sich. Zu einer Silvesterfeier trafen sich Verwandte und Bekannte, um gemeinsam das Neue Jahr zu erwarten. Auch ich war eingeladen. Eine der Teilnehmerinnen hatte das Rüstzeug zum Bleigießen mitgebracht. Auf einen Esslöffel erhitzten wir Zinn und gossen es in einen schön geformten und mit Wasser gefüllten Auffangkessel. Das so entstandene Gebilde wurde herausgenommen, ins Licht gerückt und sein Schatten an die Wand geworfen. Die gemeinsame Deutung, was es darstellt, war lustig. Doch plötzlich schlug die Stimmung um. Jemand meinte, das eben entstandene Objekt zeigt an, dass im nächsten Jahr jemand von uns sterben werde. Das war taktlos: Jeder dachte spontan an Ludwig. Das Bleigießen wurde nicht mehr fortgeführt.
Am ersten April des Folgejahrs wurde ich verständigt, dass Ludwig sich im Stiegenhaus vom fünften Stock gestürzt habe. Er habe überlebt und liege auf der Intensivstation eines Unfallspitals. Später kam er auf die Normalstation, ich besuchte ihn öfters. Eines Tages wurde mir mitgeteilt, dass Ludwig tot sei. Er hätte sich aus dem ersten Stock auf eine Betonplatte gestürzt und sei in der Intensivstation verstorben. Hat sich nun das Orakel der Silvesternacht erfüllt?
An jedem Silvester sehen Menschen mit Ängsten und Hoffnungen dem Neuen Jahr entgegen. In den Kirchen wird der Neujahrssegen erteilt, in den Gottesdiensten wird Gott angefleht, er möge uns im Neuen Jahr helfen und beschützen.
Einst hatte ich eine Bedienerin, die zum Silvester alle Wäschestücke von den Leinen und Trockner herunternahm. Sie meinte, in der Silvesternacht dürfe keine Wäsche zum Trocknen aufgehängt sein, weil sonst jemand der Familie sterben werde.
Wir Atheisten wissen, dass unser Leben von vielen guten und schlechten Zufällen bestimmt wird. Das gehört zu unserem Menschsein. Gebete und Zaubereien mögen vielleicht subjektiv beruhigen, nützen tun sie jedoch nichts. Das Einzige was wir brauchen, ist eine möglichst hohe Frustrationsgrenze. Genau diese wünsche ich Euch zum Silvester 2019/2010.

Samstag, 28. Dezember 2019

Was wird aus dem Campus der Religionen wirklich?

Herr Bürgermeister!
Haben die Bürger der Seestadt ein Recht, über die Planungen des Campus der Religionen informiert zu werden oder bestimmt die Stadtverwaltung alleine, welche Zielsetzungen verfolgt werden?  https://mobil.krone.at/2038554

https://www.krone.at/2038554